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Schaltplan PV-Anlage (mit Speicher): Lesen und Verstehen

Schaltplan PV-Anlage (mit Speicher): Lesen und Verstehen

Thor Marquardt
Zuletzt aktualisiert:
19.3.2025

Ohne Schaltplan ist die Fehlersuche bei Ihrer PV-Anlage wie ein Blindflug. Er hilft dabei, falsche Verkabelungen, fehlerhafte Anschlüsse oder unzureichende Absicherungen zu identifizieren oder im Vorfeld zu vermeiden. 

In diesem Artikel erklären wir den Schaltplan Ihrer netzgekoppelten Solaranlage, warum er eingesetzt wird, welche Elemente er umfasst und wie Sie ihn ganz einfach lesen können. 

Direkt zu den Schaltplänen DC und AC springen:

Inhaltsverzeichnis

Hinweis:

Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen zu Schaltplänen für Photovoltaikanlagen und dient lediglich zur Veranschaulichung. Er ist keine Installationsanleitung und ersetzt nicht die Expertise eines Fachbetriebs oder Solarteurs.

Die Planung und Umsetzung einer PV-Anlage muss nach den geltenden Normen und Vorschriften erfolgen (z. B. DIN VDE 0100, DIN VDE 0126, IEC 60364, TAB des Netzbetreibers). Fehlerhafte Installationen können gefährlich sein und zu Schäden oder Stromausfällen führen.

Für eine sichere und normgerechte Umsetzung lassen Sie Ihre PV-Anlage stets von einem zertifizierten Elektroinstallateur oder Solarteur planen und installieren.

Was ist ein Schaltplan?

Icons eines Schaltplans und Fragezeichens

Ein Schaltplan ist eine technische Zeichnung, die alle elektrischen Verbindungen und Komponenten einer Photovoltaikanlage in vereinfachter Form darstellt. 

Kernaussagen:

  • Komponenten: Alle wichtigen Elemente der Anlage, wie die Solarmodule, Wechselrichter und Sicherungen. 
  • Stromfluss: Von der Energiegewinnung über die Umwandlung bis hin zur Nutzung oder Einspeisung ins Netz.

Die wichtigsten Bestandteile eines Schaltplans

Eine klassische netzgekoppelte Photovoltaikanlage (Anschluss an öffentliches Stromnetz) hat diese Komponenten:

  • Solarmodule: Wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom (DC) um und erzeugen die Energie, die später genutzt oder eingespeist wird.
  • DC-Trennschalter: Trennt die Solarmodule sicher von den übrigen Anlagenteilen. Essenziell für Wartungsarbeiten und zur sicheren Abschaltung der Anlage.
  • Steuerungseinheit (MPP-Tracker): Sorgt dafür, dass die Solarmodule immer mit maximaler Leistung arbeiten. Der MPP-Tracker passt die Spannung entsprechend an.
  • Stromspeicher: Der erzeugte Gleichstrom wird in einem Batteriespeicher gelagert, bis er benötigt wird.
  • Wechselrichter: Der Wechselrichter übersetzt den Gleichstrom aus den Solarmodulen oder dem Speicher in Wechselstrom (AC), der für Haushaltsgeräte und das Stromnetz geeignet ist.
  • AC-Trennschalter: Trennt die Anlage vom öffentlichen Stromnetz. Gewährleistet die Sicherheit bei Wartungsarbeiten.
  • Stromzähler: Der Doppeltarifzähler (Zweirichtungszähler) misst sowohl den eingespeisten Strom als auch die Menge, die vom Netz bezogen wird. 
  • Verkabelung: Detaillierte Pläne integrieren den Querschnitt des Kabels. Kleine bis mittlere Anlagen meist 4 mm² oder 6 mm²; längere Kabelwege oder größere Anlagen oft 10 mm².

So sieht ein Schaltplan für PV-Anlagen (ohne Speicher) in vereinfachter Form aus:

Grafische Darstellung eines Schaltplans einer PV-Anlage ohne Speicher
Grafische Darstellung einer Legende eines PV-Schaltplans
Legende – So lesen Sie den Schaltplan

In einem Schaltplan werden außerdem detaillierte Informationen zu der spezifischen Photovoltaikanlage aufgeführt, die installiert werden soll. 

Dazu gehören:

  • Firma
  • Anlagenart
  • Erstellt von
  • Genehmigt durch
  • Titel
  • Adresse Anlage
  • Sachnummer
  • Ausgabedatum
  • Anlagenleistung
  • Einspeisephasen
  • Sachnummer
  • Dokumentenart
  • Ausgabedatum
  • Blattanzahl

In unseren Beispielen verzichten wir auf diese Angaben, da unsere Pläne nur der Veranschaulichung dienen.

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Schaltpläne für besondere Anwendungsfälle

  • Nulleinspeisung: Diese Schaltpläne zeigen Systeme, die keinen Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Sie erfordern spezielle Steuerungen und Messgeräte.
  • Kleine PV-Systeme: Für Balkonkraftwerke oder kleinere Systeme auf Terrassen gibt es vereinfachte Schaltpläne. Diese bestehen oft nur aus einem Modul und einem Mikro-Wechselrichter.

Warum ein Schaltplan für PV-Anlagen?

Icons für Schaltplan und Solarmodul

Ein Schaltplan einer PV-Anlage bildet die Basis für:

  • Planung
  • Installation
  • Wartung 

Er zeigt, wie alle elektrischen Komponenten miteinander verbunden sind. Er hilft, Fehlerquellen zu vermeiden oder später zu beheben.

Ohne Schaltplan kann es passieren, dass beispielsweise Polaritäten verwechselt werden, was Schäden an Modulen oder Wechselrichtern verursachen kann. 

Ebenso kann eine unzureichende Dimensionierung der Kabel zu Überhitzung und im schlimmsten Fall einen Brand verursachen. 

Ein gut strukturierter Schaltplan gewährleistet, dass alle Sicherheitsstandards entsprechend umgesetzt werden. 

Der Schaltplan

  • verhindert Brände durch Überlastung oder Kurzschluss,
  • schützt Personen vor gefährlichen Berührungsspannungen,
  • vermeidet Schäden durch Blitzschlag oder Netzstörungen,
  • ermöglicht eine sichere Wartung der Anlage.

Tipps zum Lesen von Schaltplänen

1

Legenden und Farbkennzeichnungen

Viele Pläne enthalten eine Legende, die Symbole und Farben erklären. Sehen Sie sich diese zuerst an.

2

Start Stromquelle

Beginnen Sie immer bei den Solarmodulen, die den Strom erzeugen. Folgen Sie den Verbindungen Schritt für Schritt bis zum Verbrauchs- oder Einspeisepunkt.

3

Symbole

Jedes Symbol repräsentiert eine spezifische Komponente. Die wichtigsten Symbole wie Solarmodule, Wechselrichter, Sicherungen und Batteriespeicher sollten Sie erkennen, um den Plan leichter zu verstehen.

4

Unterschiede DC und AC

In einigen Plänen werden Gleichstromkreise (DC) und Wechselstromkreise (AC) durch verschiedene Linienarten (z. B. durchgezogen für DC, gestrichelt für AC) gekennzeichnet.

5

Überprüfung Beschriftungen

Gute Schaltpläne enthalten klare Beschriftungen zu Spannung, Stromstärke und Kabelquerschnitten. Achten Sie auf diese Details, um zu verstehen, welche Anforderungen an die Komponenten gestellt werden.

Praktischer Tipp:
Wenn du neu im Umgang mit Schaltplänen bist, arbeite mit einem Fachmann zusammen oder informieren Sie sich gründlich, um sicherzustellen, dass die Pläne korrekt interpretiert und keine sicherheitsrelevanten Details übersehen werden.

DC Schaltpläne - Die Gleichstromseite

DC-Schaltpläne stellen den Weg des erzeugten Gleichstroms dar – vom Solarmodul bis zum Wechselrichter

Dabei sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten:

  • Verbindung der Solarmodule: Hier wird gezeigt, wie die Module in Reihe (seriell) oder parallel untereinander geschaltet sind. Eine Reihenschaltung erhöht die Spannung, während eine Parallelschaltung die Stromstärke erhöht.
  • DC-Trennschalter: Diese Komponente ermöglicht das sichere Abschalten des Gleichstromkreises für Wartungsarbeiten.
  • Verkabelung und Leitungsschutz: Der Schaltplan zeigt die Verbindungskabel sowie Sicherungseinrichtungen, die Überlastungen oder Kurzschlüsse verhindern.

Beispiel DC-Schaltplan

Der Schaltplan für eine PV-Anlage mit DC-gekoppelten Speicher sieht vereinfacht so aus:

Grafische Darstellung eines Schaltplans einer PV-Anlage mit DC-gekoppeltem Speicher
Grafische Darstellung der Legende eines Schaltplans einer PV-Anlage mit DC-gekoppeltem Speicher
Legende

Ist die PV-Anlage mit einem DC-gekoppelten Speicher versehen, fließt der erzeugte Solarstrom direkt in die Batterie, ohne vorher in Wechselstrom umgewandelt zu werden. Ein Steuergerät sorgt dafür, dass der Strom optimal gespeichert und bei Bedarf wieder entnommen wird.

Benötigt das Haus elektrische Energie, wird der gespeicherte Gleichstrom aus der Batterie abgerufen und erst dann vom Wechselrichter in nutzbaren Wechselstrom (AC) umgewandelt. 

So kann der Strom direkt ins Hausnetz eingespeist und für Haushaltsgeräte genutzt werden. Dieses System ermöglicht eine effiziente Speicherung und Nutzung der Solarenergie, da der Strom verlustärmer zwischengespeichert wird, bevor er ins Haus gelangt.

DC-Trennschalter trennen die PV-Module vom Wechselrichter und die Batterie vom System, während AC-Trennschalter den Wechselrichter vom Hausnetz isolieren, um Wartungsarbeiten sicher durchzuführen und elektrische Gefahren zu vermeiden.

DC-gekoppelte Speicher: Vor- und Nachteile

Vorteil: Da bei der DC-Kopplung weniger Umwandlungen nötig sind, arbeitet sie effizienter als die AC-Kopplung. Der Wirkungsgrad ist höher, sodass weniger Energie verloren geht.

Nachteil: Allerdings müssen alle Komponenten genau aufeinander abgestimmt sein. Da der Speicher nicht unabhängig arbeitet, eignet sich diese Lösung eher für neue Anlagen als für eine nachträgliche Integration.

AC-Schaltpläne: Die Wechselstromseite

AC-Schaltpläne betreffen den Bereich nach dem Wechselrichter, wo der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt wurde. Hier sind die wichtigsten Punkte:

  • Anbindung ans Netz: Der Schaltplan zeigt, wie der Wechselrichter mit dem Hausstromnetz oder dem öffentlichen Netz verbunden ist.
  • AC-Trennschalter: Diese Komponente ermöglicht das sichere Abschalten des Wechselstromkreises für Wartungsarbeiten.
  • Verbrauchszähler/ Einspeisezähler: Dieser misst den erzeugten Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Beispiel AC-Schaltplan

Eine PV-Anlage mit AC-gekoppelten Speicher funktioniert anders als eine DC-gekoppelte. Im Schaltplan wird das deutlich:

Grafische Darstellung eines Schaltplans einer PV-Anlage mit AC gekoppeltem Speicher
Grafische Darstellung einer Legende eines Schaltplans einer PV-Anlage mit AC gekoppeltem Speicher
Legende

Bei einer PV-Anlage mit AC-gekoppelten Speicher fließt der von den Solarmodulen erzeugte Gleichstrom (DC) zunächst zum Wechselrichter. 

Das hat zur Folge, dass der Strom mehrfach umgewandelt werden muss. Der Gleichstrom muss zunächst in Wechselstrom umgewandelt werden, da Stromspeicher nur AC-Strom aufnehmen können. 

Gespeichert werden kann aber nur Gleichstrom in der Batterie, weshalb eine erneute Umwandlung stattfinden muss. Um den Strom letztlich im Hausnetz nutzen zu können, wird der Strom abermals umgewandelt – in Wechselstrom. 

Durch diese dreifache Umwandlung entstehen Leistungsverluste von etwa 5 %, wodurch das System etwas weniger effizient ist als eine DC-gekoppelte Speicherlösung.

AC-Trennschalter trennen den Wechselrichter vom Hausnetz.

AC-gekoppelte Speicher: Vor- und Nachteile

Vorteil: Ein großer Vorteil ist, dass der Speicher unabhängig vom Wechselrichter funktioniert. Deshalb eignet sich die AC-Kopplung besonders gut, um einen Stromspeicher nachzurüsten.

Nachteil: Bei der AC-Kopplung wird zusätzlich zum normalen Wechselrichter ein Batteriewechselrichter für den Speicher genutzt. Da der Strom dabei häufiger umgewandelt wird, sind die Verluste höher als bei der DC-Kopplung.

Tipp:

Wenn Sie bereits eine PV-Anlage mit AC-Kopplung besitzen, können Sie jederzeit einen Speicher nachrüsten. Falls Sie sich eine neue Solaranlage anschaffen, aber noch unsicher sind, ob ein Speicher nötig ist, bietet sich ebenfalls die AC-Kopplung an – so bleibt die Option offen, später flexibel nachzurüsten.

Planen Sie hingegen von Anfang an eine PV-Anlage mit Speicher, lohnt sich die leistungsstärkere DC-Kopplung. Diese Variante spart nicht nur Energie, sondern auch Kosten, da eine nachträgliche Integration teurer wäre.

Verkabelung der Module: Reihen- oder Parallelschaltung

Die Verdrahtung von PV-Modulen kann grundsätzlich auf zwei Arten erfolgen: in einer Reihen- oder in einer Parallelschaltung. Je nach Anlage muss die passende Methode gewählt werden.

Reihenschaltung der Module

Bei der Reihenschaltung werden die Module hintereinander angeschlossen. 

Hinweis:
Der Pluspol (+) eines Moduls wird mit dem Minuspol (–) des nächsten verbunden. Dadurch addiert sich die Spannung der einzelnen Module, während die Stromstärke unverändert bleibt.

  • Folge: Spannung des gesamten Systems wird erhöht, während die Stromstärke unverändert bleibt. 
  • Vorteil: Einfach umsetzbar.
  • Nachteil: Verschattung eines einzelnen Moduls beeinträchtigt Leistung der gesamten Kette.

Um solche Leistungsverluste zu minimieren, werden Bypass-Dioden eingesetzt. Diese lenken den Strom an verschatteten Modulen vorbei und stellen sicher, dass die übrigen Module weiterhin optimal arbeiten können.

Was sind Bypass-Dioden?

Bypass-Dioden, auch als „Umleitungsdioden“ bezeichnet, sind essenzielle Sicherheitskomponenten in Solarmodulen. Sie minimieren die Auswirkungen von Teilverschattungen auf die Energieerzeugung und verhindern eine Überhitzung.

Wird eine Zelle teilweise verschattet, steigt der Widerstand, wodurch sich das Modul stark erwärmt. Zudem sinkt die Leistung des gesamten Moduls, da es von der schwächsten Zelle begrenzt wird.

Die Bypass-Diode leitet den Strom an verschatteten Bereichen vorbei, sodass die unverschatteten Zellen weiterhin effizient arbeiten können.

Parallelschaltung der Module

Hier werden die Module nebeneinander angeschlossen. 

Hinweis:
Bei der Parallelschaltung werden alle Pluspole und alle Minuspole der Module miteinander verbunden. Dadurch bleibt die Spannung unverändert, während sich die Stromstärke addiert.

  • Folge: Die Stromstärke wird erhöht, während die Spannung konstant bleibt. 
  • Vorteil: Geeignet für Systeme, die gleichmäßige Spannung benötigen (Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Industrieanlagen, etc.).
  • Nachteil: Kann einen höheren Verkabelungsaufwand erfordern.

Die Wahl zwischen Reihenschaltung und Parallelschaltung hängt von den spezifischen Anforderungen der Anlage ab, wie z. B. der gewünschten Spannung und Stromstärke oder den Umgebungsbedingungen.

In der folgenden Übersicht sehen Sie, was für oder gegen die jeweilige Schaltungsart spricht:

Scrollen →
KriteriumReihenschaltungParallelschaltung
Spannungserhöhung Geeignet für große PV-Anlagen mit hoher Systemspannung (Minimierung von Leitungsverlusten). Keine Spannungserhöhung, daher nicht für hohe Spannungen geeignet.
Stromstärkeerhöhung Verringert den Stromfluss, daher ungeeignet für stromintensive Geräte oder Batteriespeicher. Ermöglicht höheren Stromfluss, ideal für Batteriespeicher und Geräte mit hohem Strombedarf.
Umgebungsbedingungen Optimal für sonnige Standorte mit gleichmäßiger Einstrahlung. Besser für schattige Anlagen, da einzelne Module weniger Einfluss auf die Gesamtleistung haben.
Anlagengröße Gut für kleine Anlagen wie Balkonkraftwerke mit einfacher Installation. Optimal für große Anlagen mit vielen Modulen und flexibler Konfiguration.
Verkabelungsaufwand Gering, daher ideal für kleine bis mittlere Anlagen. Höherer Aufwand, sinnvoll bei größeren und komplexen Installationen.

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Schaltpläne für PV-Anlagen mit Speicher sichern eine normgerechte Installation.
  • Sie zeigen Komponenten wie Solarmodule, Wechselrichter, Batteriespeicher und Trennschalter.
  • Reihenschaltung erhöht die Spannung, Parallelschaltung steigert die Stromstärke.
  • DC- und AC-Trennschalter ermöglichen sichere Wartung und schützen vor Überlastung.
  • Die Systemart (AC- oder DC-gekoppelter Speicher) bestimmt die Schaltplan-Struktur.
  • Ein präziser Schaltplan verhindert Fehler, erhöht die Sicherheit und optimiert die Energieeffizienz.

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