Ohne Schaltplan ist die Fehlersuche bei Ihrer PV-Anlage wie ein Blindflug. Er hilft dabei, falsche Verkabelungen, fehlerhafte Anschlüsse oder unzureichende Absicherungen zu identifizieren oder im Vorfeld zu vermeiden.
In diesem Artikel erklären wir den Schaltplan Ihrer netzgekoppelten Solaranlage, warum er eingesetzt wird, welche Elemente er umfasst und wie Sie ihn ganz einfach lesen können.
Direkt zu den Schaltplänen DC und AC springen:
Hinweis:
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen zu Schaltplänen für Photovoltaikanlagen und dient lediglich zur Veranschaulichung. Er ist keine Installationsanleitung und ersetzt nicht die Expertise eines Fachbetriebs oder Solarteurs.
Die Planung und Umsetzung einer PV-Anlage muss nach den geltenden Normen und Vorschriften erfolgen (z. B. DIN VDE 0100, DIN VDE 0126, IEC 60364, TAB des Netzbetreibers). Fehlerhafte Installationen können gefährlich sein und zu Schäden oder Stromausfällen führen.
Für eine sichere und normgerechte Umsetzung lassen Sie Ihre PV-Anlage stets von einem zertifizierten Elektroinstallateur oder Solarteur planen und installieren.
Ein Schaltplan ist eine technische Zeichnung, die alle elektrischen Verbindungen und Komponenten einer Photovoltaikanlage in vereinfachter Form darstellt.
Kernaussagen:
Eine klassische netzgekoppelte Photovoltaikanlage (Anschluss an öffentliches Stromnetz) hat diese Komponenten:
So sieht ein Schaltplan für PV-Anlagen (ohne Speicher) in vereinfachter Form aus:
In einem Schaltplan werden außerdem detaillierte Informationen zu der spezifischen Photovoltaikanlage aufgeführt, die installiert werden soll.
Dazu gehören:
In unseren Beispielen verzichten wir auf diese Angaben, da unsere Pläne nur der Veranschaulichung dienen.
Ein Schaltplan einer PV-Anlage bildet die Basis für:
Er zeigt, wie alle elektrischen Komponenten miteinander verbunden sind. Er hilft, Fehlerquellen zu vermeiden oder später zu beheben.
Ohne Schaltplan kann es passieren, dass beispielsweise Polaritäten verwechselt werden, was Schäden an Modulen oder Wechselrichtern verursachen kann.
Ebenso kann eine unzureichende Dimensionierung der Kabel zu Überhitzung und im schlimmsten Fall einen Brand verursachen.
Ein gut strukturierter Schaltplan gewährleistet, dass alle Sicherheitsstandards entsprechend umgesetzt werden.
Der Schaltplan
Viele Pläne enthalten eine Legende, die Symbole und Farben erklären. Sehen Sie sich diese zuerst an.
Beginnen Sie immer bei den Solarmodulen, die den Strom erzeugen. Folgen Sie den Verbindungen Schritt für Schritt bis zum Verbrauchs- oder Einspeisepunkt.
Jedes Symbol repräsentiert eine spezifische Komponente. Die wichtigsten Symbole wie Solarmodule, Wechselrichter, Sicherungen und Batteriespeicher sollten Sie erkennen, um den Plan leichter zu verstehen.
In einigen Plänen werden Gleichstromkreise (DC) und Wechselstromkreise (AC) durch verschiedene Linienarten (z. B. durchgezogen für DC, gestrichelt für AC) gekennzeichnet.
Gute Schaltpläne enthalten klare Beschriftungen zu Spannung, Stromstärke und Kabelquerschnitten. Achten Sie auf diese Details, um zu verstehen, welche Anforderungen an die Komponenten gestellt werden.
Praktischer Tipp:
Wenn du neu im Umgang mit Schaltplänen bist, arbeite mit einem Fachmann zusammen oder informieren Sie sich gründlich, um sicherzustellen, dass die Pläne korrekt interpretiert und keine sicherheitsrelevanten Details übersehen werden.
DC-Schaltpläne stellen den Weg des erzeugten Gleichstroms dar – vom Solarmodul bis zum Wechselrichter.
Dabei sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten:
Der Schaltplan für eine PV-Anlage mit DC-gekoppelten Speicher sieht vereinfacht so aus:
Ist die PV-Anlage mit einem DC-gekoppelten Speicher versehen, fließt der erzeugte Solarstrom direkt in die Batterie, ohne vorher in Wechselstrom umgewandelt zu werden. Ein Steuergerät sorgt dafür, dass der Strom optimal gespeichert und bei Bedarf wieder entnommen wird.
Benötigt das Haus elektrische Energie, wird der gespeicherte Gleichstrom aus der Batterie abgerufen und erst dann vom Wechselrichter in nutzbaren Wechselstrom (AC) umgewandelt.
So kann der Strom direkt ins Hausnetz eingespeist und für Haushaltsgeräte genutzt werden. Dieses System ermöglicht eine effiziente Speicherung und Nutzung der Solarenergie, da der Strom verlustärmer zwischengespeichert wird, bevor er ins Haus gelangt.
DC-Trennschalter trennen die PV-Module vom Wechselrichter und die Batterie vom System, während AC-Trennschalter den Wechselrichter vom Hausnetz isolieren, um Wartungsarbeiten sicher durchzuführen und elektrische Gefahren zu vermeiden.
Vorteil: Da bei der DC-Kopplung weniger Umwandlungen nötig sind, arbeitet sie effizienter als die AC-Kopplung. Der Wirkungsgrad ist höher, sodass weniger Energie verloren geht.
Nachteil: Allerdings müssen alle Komponenten genau aufeinander abgestimmt sein. Da der Speicher nicht unabhängig arbeitet, eignet sich diese Lösung eher für neue Anlagen als für eine nachträgliche Integration.
AC-Schaltpläne betreffen den Bereich nach dem Wechselrichter, wo der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt wurde. Hier sind die wichtigsten Punkte:
Eine PV-Anlage mit AC-gekoppelten Speicher funktioniert anders als eine DC-gekoppelte. Im Schaltplan wird das deutlich:
Bei einer PV-Anlage mit AC-gekoppelten Speicher fließt der von den Solarmodulen erzeugte Gleichstrom (DC) zunächst zum Wechselrichter.
Das hat zur Folge, dass der Strom mehrfach umgewandelt werden muss. Der Gleichstrom muss zunächst in Wechselstrom umgewandelt werden, da Stromspeicher nur AC-Strom aufnehmen können.
Gespeichert werden kann aber nur Gleichstrom in der Batterie, weshalb eine erneute Umwandlung stattfinden muss. Um den Strom letztlich im Hausnetz nutzen zu können, wird der Strom abermals umgewandelt – in Wechselstrom.
Durch diese dreifache Umwandlung entstehen Leistungsverluste von etwa 5 %, wodurch das System etwas weniger effizient ist als eine DC-gekoppelte Speicherlösung.
AC-Trennschalter trennen den Wechselrichter vom Hausnetz.
Vorteil: Ein großer Vorteil ist, dass der Speicher unabhängig vom Wechselrichter funktioniert. Deshalb eignet sich die AC-Kopplung besonders gut, um einen Stromspeicher nachzurüsten.
Nachteil: Bei der AC-Kopplung wird zusätzlich zum normalen Wechselrichter ein Batteriewechselrichter für den Speicher genutzt. Da der Strom dabei häufiger umgewandelt wird, sind die Verluste höher als bei der DC-Kopplung.
Tipp:
Wenn Sie bereits eine PV-Anlage mit AC-Kopplung besitzen, können Sie jederzeit einen Speicher nachrüsten. Falls Sie sich eine neue Solaranlage anschaffen, aber noch unsicher sind, ob ein Speicher nötig ist, bietet sich ebenfalls die AC-Kopplung an – so bleibt die Option offen, später flexibel nachzurüsten.
Planen Sie hingegen von Anfang an eine PV-Anlage mit Speicher, lohnt sich die leistungsstärkere DC-Kopplung. Diese Variante spart nicht nur Energie, sondern auch Kosten, da eine nachträgliche Integration teurer wäre.
Die Verdrahtung von PV-Modulen kann grundsätzlich auf zwei Arten erfolgen: in einer Reihen- oder in einer Parallelschaltung. Je nach Anlage muss die passende Methode gewählt werden.
Bei der Reihenschaltung werden die Module hintereinander angeschlossen.
Hinweis:
Der Pluspol (+) eines Moduls wird mit dem Minuspol (–) des nächsten verbunden. Dadurch addiert sich die Spannung der einzelnen Module, während die Stromstärke unverändert bleibt.
Um solche Leistungsverluste zu minimieren, werden Bypass-Dioden eingesetzt. Diese lenken den Strom an verschatteten Modulen vorbei und stellen sicher, dass die übrigen Module weiterhin optimal arbeiten können.
Was sind Bypass-Dioden?
Bypass-Dioden, auch als „Umleitungsdioden“ bezeichnet, sind essenzielle Sicherheitskomponenten in Solarmodulen. Sie minimieren die Auswirkungen von Teilverschattungen auf die Energieerzeugung und verhindern eine Überhitzung.
Wird eine Zelle teilweise verschattet, steigt der Widerstand, wodurch sich das Modul stark erwärmt. Zudem sinkt die Leistung des gesamten Moduls, da es von der schwächsten Zelle begrenzt wird.
Die Bypass-Diode leitet den Strom an verschatteten Bereichen vorbei, sodass die unverschatteten Zellen weiterhin effizient arbeiten können.
Hier werden die Module nebeneinander angeschlossen.
Hinweis:
Bei der Parallelschaltung werden alle Pluspole und alle Minuspole der Module miteinander verbunden. Dadurch bleibt die Spannung unverändert, während sich die Stromstärke addiert.
Die Wahl zwischen Reihenschaltung und Parallelschaltung hängt von den spezifischen Anforderungen der Anlage ab, wie z. B. der gewünschten Spannung und Stromstärke oder den Umgebungsbedingungen.
In der folgenden Übersicht sehen Sie, was für oder gegen die jeweilige Schaltungsart spricht:
Kriterium | Reihenschaltung | Parallelschaltung |
---|---|---|
Spannungserhöhung | Geeignet für große PV-Anlagen mit hoher Systemspannung (Minimierung von Leitungsverlusten). | Keine Spannungserhöhung, daher nicht für hohe Spannungen geeignet. |
Stromstärkeerhöhung | Verringert den Stromfluss, daher ungeeignet für stromintensive Geräte oder Batteriespeicher. | Ermöglicht höheren Stromfluss, ideal für Batteriespeicher und Geräte mit hohem Strombedarf. |
Umgebungsbedingungen | Optimal für sonnige Standorte mit gleichmäßiger Einstrahlung. | Besser für schattige Anlagen, da einzelne Module weniger Einfluss auf die Gesamtleistung haben. |
Anlagengröße | Gut für kleine Anlagen wie Balkonkraftwerke mit einfacher Installation. | Optimal für große Anlagen mit vielen Modulen und flexibler Konfiguration. |
Verkabelungsaufwand | Gering, daher ideal für kleine bis mittlere Anlagen. | Höherer Aufwand, sinnvoll bei größeren und komplexen Installationen. |